Champagner: Nicht nur an Festtagen ein Genuss

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Champagner geht immer, auch und vor allem zum Sonntagsbrunch im sonnigen Garten. Foto: Janine Seemke

Hochzeit, Abitur oder die lang ersehnte Beförderung – wer wirklich außergewöhnliche Momente angemessen zelebrieren will, stößt gern mit einem Glas Champagner an. In vielen Ländern der Welt gilt der französische Schaumwein aus der Champagne als das Luxusgetränk Nummer 1. Kein Wunder, dass der edle Tropfen ordentlich ins Geld geht: Champagner von Moët & Chandon, Veuve Cliquot und Co. sind schließlich beileibe kein preiswerter Prickelgenuss. Doch lohnt sich die Investition wirklich? Wir erklären dir, warum ein guter Champagner seinen Preis wert ist, welche Champagner-Sorten es gibt und wie du das beliebte Luxus-Getränk am besten genießt.

Inhaltsverzeichnis

Wie wird Champagner hergestellt?
Welcher Champagner ist der beste?
Wie lange ist Champagner haltbar?
Tipps fürs Servieren: Wie schmeckt Champagner am besten?

Wie wird Champagner hergestellt?

Champagner, Sekt oder Prosecco – vielleicht hast du dich auch schon einmal gefragt, wo genau hier eigentlich die Unterschiede liegen. Schließlich handelt es sich doch bei allen Getränken um Schaumwein, oder? Die Antwort ist einfach und doch kompliziert: Champagner ist ein besonderer Schaumwein, der ausschließlich im französischen Weinbaugebiet mit dem Namen Champagne hergestellt wird. Eines der Hauptkriterien ist, dass die für die Herstellung verwendeten Trauben aus diesem Gebiet stammen müssen, genauer gesagt von einer mehr als 33.000 Hektar großen Anbaufläche. Außerdem werden nur Trauben der folgenden Rebsorten verwendet: Pinot Meunier, Chardonnay und Pinot Noir. Zwar sind theoretisch noch einige andere Rebsorten bei der Herstellung von Champagner erlaubt, allerdings finden diese insgesamt eher selten Verwendung. Der Anbau und die Erntebedingungen sind streng vorgegeben – so wird die überragende Qualität des Champagners gesichert. Und ja – das gilt sogar für den günstigsten Champagner vom Discounter.

Nach der Lese erfolgt die Pressung. Dabei ist vor allem die erste Pressung entscheidend, denn hierbei entsteht die für den Champagner charakteristische Cuvée. Anders als bei der Weinherstellung, wo Cuvée für eine Mischung verschiedener Rebsorten steht, ist bei der Champagnerherstellung hiermit der Most gemeint, der als erstes aus der Kelter abläuft und als Grundwein vergoren wird. Seine typisch prickelnde Kohlensäure erhält der Champagner wiederum bei der zweiten Gärung. Die findet jedoch nicht mehr in der Kelter, sondern direkt in der Flasche statt und ist für den späteren Champagnergeschmack maßgeblich. Zu guter Letzt werden Restbestandteile der Hefe aus der Flasche entfernt und es geht an die Dosage, bei der Flüssigkeitsverluste ausgeglichen werden. Dabei können Zuckerlösungen oder Süßweine zum Einsatz kommen. Für die Dosage hat jede Champagnermarke ihre eigenen Geheimrezepte – so erhält das Luxus-Getränk sein fein-aromatisches Geschmacksspiel.

Champagnerflaschen in unterschiedlichen Größen
Manchmal kommt es eben doch auf die Größe an. Deshalb gibt es Champagner nicht nur in der Standardgröße Bouteille mit 0.75 Litern oder als Piccolo mit 0.2 Litern. Auch die Magnum-Flasche mit 1.5 Litern ist bekannt – wer wirklichen Luxus will, gönnt sich diese zu besonderen Gelegenheiten. Alles, was darüber hinausgeht, wird noch teurer und vor allem selten: Jeroboam mit 3 Litern, Methusalem mit 6 Litern oder Melchisedech mit 30 Litern Inhalt gehören auch bei den großen Marken keinesfalls zum Standard – und liegen wohl deutlich außerhalb des Budgets von normalverdienenden Genießern.

Welcher Champagner ist der beste?

Auch bei edlen Luxus-Produkten wie Champagner oder Kaviar entscheidet letztendlich der persönliche Geschmack. Ob du am liebsten einen Roederer Champagner oder einen Champagner von Veuve Clicquot trinkst, liegt also ganz an dir. Damit du aber von vornherein zur richtigen Geschmacksrichtung greifst, solltest du auf die konkrete Champagner-Sorte achten. Die erkennst du an einem kleinen Zusatz auf dem Etikett: Dort findest du Angaben wie Brut, Sec oder Doux. Dabei gilt, dass Ultra Brut und Extra Brut besonders wenig Restzucker enthalten – der Champagner ist demnach extra trocken. Brut, Extra Sec und Sec liegen meist im Mittelfeld und sind das, was man gern als trocken oder halbtrocken bezeichnet. Sehr süß wird es dagegen bei Demi Sec oder Doux, wobei die wenigsten Marken Champagner-Sorten in der süßen Variante anbieten.

Rosé-Champagner
Hättest du es gedacht? Pinot Noir und Pinot Meunier sind rote Trauben, die allerdings besonders schnell gepresst werden, damit der helle Champagner sich nicht dunkel färbt. Und wie kommt dann der Rosé-Champagner zustande? Hier wird die sogenannte Maischegärung eingesetzt, bei der der weiße Grundwein mit einem kleinen Teil rotem Wein vermischt wird. Et voilà: Schon ist er fertig, der herrlich prickelnden Rosé-Champagner, der zudem noch eine besondere Geschmacksnote trägt.

Wie lange ist Champagner haltbar?

Man kennt es von Wein, Whiskey und anderen alkoholischen Getränken: Besonders alte Jahrgänge sind manchmal richtig viel Geld wert und gehen beispielsweise bei Auktionen für beachtliche Summen über den Tisch. Heißt das, dass jeder Champagner besser wird, wenn man nur lange genug wartet? Nicht unbedingt: Es gibt Jahrgänge, die aufgrund ihrer außerordentlichen Qualität einen Wertzuwachs verbuchen können. Die meisten durchschnittlichen Champagner-Sorten, die du kaufen kannst, sind davon jedoch ausgenommen. Du kannst dir den edlen Tropfen also ruhig gönnen und musst nicht darauf warten, bis du ihn bei Sotheby’s und Co. versteigern kannst. Außerdem gilt: Durchschnittliche Champagner sollten am besten innerhalb von zwei Jahren getrunken werden. Danach kann es zu geschmacklichen Veränderungen kommen, die dem Schaumwein nicht unbedingt zugutekommen. Wenn du einen teuren Champagner Brut oder einen Champagner von Moët & Chandon trotzdem lagern willst, solltest du darauf achten, dass er kühl und dunkel steht.

Tipps fürs Servieren: Wie schmeckt Champagner am besten?

Flasche öffnen, Inhalt ins Sektglas gießen und genießen – ist es wirklich so einfach? Mitnichten: Champagner serviert man am besten in einem speziellen Champagnerglas. Wer keines hat, greift stattdessen zum Burgunder-Glas. Der französische Schaumwein sollte außerdem keinesfalls „eisgekühlt“ sein – Experten empfehlen eine Flaschentemperatur von 9 °C, damit die Aromen sich optimal entfalten können. Champagner-Cocktails sind seit einigen Jahren beliebt, verfälschen allerdings den erlesenen Genuss. Wer dennoch nicht darauf verzichten will, verwendet hierfür lieber preiswertere Alternativen wie Prosecco oder eben Sekt. Übrigens: Das typische Champagnerkorken-Knallen ist bei Kennern genauso verpönt wie das dramatische Köpfen der Champagnerflasche. Richtiges Öffnen funktioniert viel unprätentiöser: Korken festhalten, Flasche drehen bis es leise ploppt und dann direkt servieren.

Champagner geht immer
Die meisten von uns gönnen sich Champagner zum Anstoßen – dabei harmoniert der Gourmet-Tropfen auch mit vielen Speisen: Lachs, Kaviar und Krustentiere, Pasta, frisches Obst und Gemüse oder auch die asiatische Küche können die Geschmacks- und Aromavielfalt des Getränks sogar noch stärker hervorheben.