Chili: Paprikasorte mit Feuer

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chili capsicum
Chili gehört zur Gattung der Paprika. Foto: Carsten Vollenbroich

Chili, Peperoni, Pfefferschote – die kleinen, scharfen Früchte tragen viele Namen und haben Fans auf der ganzen Welt. Tatsächlich wurden in den letzten Jahren sogar Clubs gegründet, bei denen sich alles um den Chili dreht. Uns überrascht das nicht, denn das kleine Gemüse hat es in sich: Feurig-scharf und trotzdem vollaromatisch präsentieren sich Chilischoten, Chiliflocken und Chilipulver als hervorragende Zutaten für unendlich viele Rezepte. Und damit meinen wir nicht nur Chili con carne sowie die fleischfreie Variante Chili sin carne. Wenn du mehr über das Paprikagemüse erfahren willst, solltest du unbedingt weiterlesen. Wir verraten dir alles über Herkunft, Inhaltsstoffe sowie Tipps und Tricks zur Zubereitung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Chili?

Das hast du sicher noch nicht gewusst: Chilis sind keine eigene Pflanzengattung, sondern lediglich ein Name, mit dem einige Früchte von Pflanzen der Gattung Paprika (wissenschaftliche Bezeichnung: Capsicum) bezeichnet werden. Von dieser Gattung gibt es mittlerweile weit mehr als 1.000 verschiedene Sorten und durch Kreuzungen werden immer neue Variationen kreiert. Dabei hat man es besonders auf die Früchte der Pflanze abgesehen: die Schoten.

Fun Fact über Chilis
Obwohl wir immer von „Chilischote“ oder „Paprikaschote“ sprechen, handelt es sich bei den Früchten der Pflanze genau genommen um Beeren bzw. sogenannte Trockenbeeren. Diese Verwirrung ist in der deutschen Sprache aber nicht neu. Schließlich bezeichnen wir auch Erbsen und Bohnen als „Schoten“, obwohl diese zu den Hülsenfrüchten gehören.

Ursprünglich stammen die Chilis aus dem mittel- und südamerikanischen Raum, dort hat man die Paprika bereits vor mehr als 7.000 Jahren kultiviert und als Nutzpflanze eingesetzt. Heute gibt es zahlreiche Sorten, die du auch hierzulande im Topf oder im Gewächshaus pflanzen kannst. Doch was genau ist jetzt eigentlich ein Chili und bei welchem Gemüse spricht man noch von Paprika?

Tatsächlich lässt sich dies bislang noch nicht eindeutig definieren. Üblicherweise spricht man aber bei den reinen Gemüsepaprika von Paprika, während die schärferen Gewürzbeeren als Chilis bezeichnet werden. Und wo ist dann der Unterschied zwischen Chili, Peperoni und Co.? Auch das ist nicht ganz klar, denn wir verwenden Chili häufig als eine Art Sammelbegriff für alle Paprikafrüchte, die etwas schärfer und kleiner als die durchschnittlichen Gemüsesorten sind – und dass, obwohl es auch milde Chilis gibt. Klingt verwirrend? Finden wir auch. Deshalb empfehlen wir dir, dich lieber nicht allzu sehr am Oberbegriff „Chili“ zu orientieren, sondern stattdessen einen Blick auf die Sortennamen zu werfen. Schließlich gibt es hier so klangvolle Vertreter wie

  • Canario
  • Hot Lemon
  • Cayenne
  • Jalapeño
  • Chipotle
  • Serrano
  • Habanero
Welcher Chili ist der schärfste?
Egal, ob du dich für frische Chilischoten, getrocknetes Chilipulver oder Chilisoße entscheidest – meistens wird die Gewürzpflanze aufgrund ihrer der Schärfe verwendet. Diese lässt sich mithilfe einer Skala bestimmen: Auf der sogenannten Scoville-Skala liegen Sorten wie Carolina Reaper, Dragon’s Breath oder Trinidad Moruga Scorpion ganz weit oben und erreichen Werte von mehr als 2.000.000 Millionen Scoville-Grad. Zum Vergleich: Habaneros liegen bei maximal 350.000 Scoville-Grad, während Pfefferspray sich bei höchstens 200.000 einpendelt. Jalapeños dagegen landen bei „nur“ 8.000 Scoville-Grad im Maximum.

Inhaltsstoffe: Was steckt im Chili?

Die genauen Inhaltsstoffe von Chili können an dieser Stelle natürlich nicht angegeben werden – dafür gibt es einfach viel zu viele Sorten und jede Chilisorte besitzt ganz eigene Inhaltsstoffe in jeweils unterschiedlichen Mengen. Deshalb beschränken wir uns hier auf eine kurze Angabe der wichtigsten Fakten: Frischer Chili enthält normalerweise mehrere Vitamine und Mineralstoffe, die für unseren Körper wichtig sind. Dazu gehören:

  • Vitamin C
  • Vitamin B1
  • Vitamin B2
  • Vitamin B6
  • Calcium
  • Eisen
  • Kalium
  • Magnesium
  • Zink

Daneben sind ätherische Öle enthalten, die unter anderem für den Geschmack mitverantwortlich sind. Der wichtigste Inhaltsstoff ist jedoch das Capsaicin, denn das sorgt für die Schärfe des Chilis. Capsaicin ist ein Alkaloid, das auf unserer Zunge einen Schmerzreiz verursacht. Das bedeutet gewissermaßen im Umkehrschluss: Je schärfer ein Chili ist, umso mehr Schmerzen fügt er uns zu. Übrigens: Die Inhaltsstoffe von Chilis variieren natürlich nicht nur in Abhängigkeit von der Sorte – auch ob du frische, getrocknete oder Chilis in Pulverform verwendest, macht einen Unterschied.

Zubereitungstipps: Schärfe in Chilis reduzieren
Chilis produzieren das Capsaicin ausschließlich auf der Haut der Plazentawand. Das bedeutet: Das helle Innenleben des Chilis enthält besonders viel Schärfe. Wer seinen Chili also lieber etwas milder genießt, schneidet dieses vor der Zubereitung heraus. Außerdem gilt, dass die Gewürzfrucht am Stilende meist schärfer ist als an der Spitze. Die Chilisamen enthalten übrigens – entgegen der weit verbreiteten Meinung – gar kein Capsaicin und sind zudem geschmacks- sowie aromafrei.

Gesundheit: Wie gesund sind Chilis?

Es gibt zahlreiche Gewürzpflanzen wie etwa Kurkuma oder Ingwer, die unsere Gesundheit nachhaltig beeinflussen und unter Umständen sogar gegen verschiedene Krankheiten und körperliche Beschwerden helfen können. Auch dem Chili werden viele positive Wirkungen nachgesagt, wobei die meisten davon auf das Capsaicin zurückzuführen sind. Aus diesem Grund verwendet man bei medizinischen Forschungen sowie Arzneimitteln vorzugsweise den isolierten Wirkstoff, statt dem kompletten Chili.

Die meisten Forschungserkenntnisse der jüngeren Zeit sind bislang als Grundlagenforschung zu betrachten. Das heißt, sie geben eine grobe Richtung vor, in der zukünftig unbedingt weiter geforscht werden sollte – absolut verlässliche Rückschlüsse auf die Wirkung von Chili sind aber noch nicht möglich. Im Rahmen dieser Forschungen wurde beispielsweise die These aufgestellt, dass Capsaicin im Kampf gegen Blutkrebszellen sowie in der Schmerztherapie helfen kann. Darüber hinaus legen Untersuchungen nahe, dass der Verzehr von Chili die Verdauung fördern sowie beim Abnehmen unterstützen kann. Wer sich in diesen Bereichen weiter informieren will, sollte die folgenden Links beachten:

https://www.oesg.at/index.php?eID=dumpFile&t=f&f=293&token=a79c33f821d10c3912d2805558a8caabd0c875f5
https://idw-online.de/de/news640465
https://www.aerzteblatt.de/archiv/2294/Chili-schuetzt-den-Magen

Nebenwirkungen: Wer sollte lieber keine Chilis essen?

Chili con carne oder ein anderes feuriges Gericht – wer könnte da schon widerstehen? Nun ja – alle, die empfindlich auf zu viel Schärfe reagieren. Flocken und Pulver der scharfen Gewürzfrucht können beispielsweise Sodbrennen und andere Magenbeschwerden verschlimmern. Auch wenn du für Kinder kochst, solltest du dich mit der Dosierung von Chili zügeln – sie empfinden Schärfe deutlich intensiver als Erwachsene. Übrigens: Wenn du scharfes Essen nicht gewohnt bist und zu viel Chili verwendest, kann dir davon schlecht werden und dein Blutdruck steigt an. Manche Menschen müssen nach zu viel Chilipulver und Co. sogar erbrechen.

Rezepte: Wie kann man Chili zubereiten?

Ob selbst geerntet oder im Supermarkt gekauft – es gibt unzählige Möglichkeiten Chilis in der Küche zu verwenden. Die Klassiker sind natürlich Chili con carne sowie Chili sin carne bzw. Chili vegan. Darüber hinaus gibt es viele weitere südamerikanische, asiatische und europäische Gerichte, bei denen Chili zum Rezept gehört. Du möchtest die Gewürzfrucht gern haltbar machen? Dafür kannst du Chili einfach trocknen, einfrieren, einlegen oder mit der Chilimühle zu Flocken bzw. Pulver verarbeiten.

Zubereitungstipp: Mit Handschuhen arbeiten
Wenn du die scharfen Früchte der Paprika zerkleinerst, solltest du am besten Handschuhe tragen – denn das Capsaicin kann dir danach noch lange an den Händen kleben. Und es ist nicht wasserlöslich: Wenn du es von der Haut bekommen willst, solltest du also Fett, Öl oder Alkohol zum Waschen benutzen.