Granatapfel: die saftig-süße Superfrucht

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Ein durchgeschnittener Granatapfel offenbart seine köstlichen Granatapfelkerne. Foto: Carsten Vollenbroich

Exotische Smoothies, orientalische Gerichte oder raffinierte Desserts – der Granatapfel gehört aktuell zu den beliebtesten Zutaten in der kreativen Küche. Das überrascht kaum, denn die Scheinfrucht schmeckt nicht nur richtig gut, sondern liefert unserem Körper dazu noch viele wertvolle Inhaltsstoffe. Ist der Granatapfel also ein echtes Superfood? Oder handelt es sich beim Hype um die Frucht eher um eine clevere Marketingstrategie? Wir checken die Inhaltsstoffe und verraten dir außerdem, wie du den Granatapfel am besten zubereitest.

Inhaltsverzeichnis

Die wichtigsten Fakten: Alles, was du über den Granatapfel wissen musst

Beim Granatapfel handelt es sich um eine beerige Scheinfrucht, die von einem Baum namens Punica granatum stammt. Heutzutage ist der Granatapfel (fast) überall dort zuhause, wo er ausreichend gute Klimabedingungen vorfindet, um optimal wachsen und gedeihen zu können. So beziehen unsere hiesigen Supermärkte und Obsthändler ihre Waren beispielsweise aus den USA, Spanien und Italien sowie der Türkei und einigen südamerikanischen Ländern. Das kommt uns zugute, denn dadurch können wir praktisch das ganze Jahr über Granatäpfel kaufen.

Vorsicht vor zu viel Hitze
Wer denkt, dass der Name Granatapfel auf die Granate zurückzuführen ist, täuscht sich. Ganz im Gegenteil, denn das sprengstoffgefüllte Geschoss ist nach der Frucht benannt worden. Dafür gibt es einen einfachen Grund: Wird der Granatapfel zu hohen Temperaturen ausgesetzt, explodiert die Frucht regelrecht. Deshalb unser Tipp: Granatäpfel immer im Kühlschrank aufbewahren. Die niedrigen Temperaturen verhindern das Aufplatzen und sorgen dafür, dass der Granatapfel mehrere Wochen lang frisch bleibt.

Der Granatapfel ist von einer sehr harten Schale umgeben und sein Fruchtfleisch schmeckt ziemlich bitter – demnach ist beides nicht für den Verzehr zu empfehlen. Im Inneren verbirgt die Scheinfrucht jedoch ihren wahren Schatz: Kleine, rot ummantelte Kerne, die nicht nur himmlisch süß schmecken, sondern auch randvoll mit wertvollen Inhaltsstoffen sind.

Welche Vitamine und Mineralstoffe enthält der Granatapfel?

Du achtest auf eine gesunde Ernährung und willst deinen Körper mit allen wichtigen Vitaminen und Nährstoffen versorgt wissen? Dann sollte der Granatapfel regelmäßig auf deinem Speiseplan stehen. Das zeigt auch unsere Tabelle, die alle wichtigen Inhaltsstoffe der Frucht auflistet:

VitamineMineralstoffe und Spurenelemente
Vitamin C: 7 mg
Vitamin E: 0.2 mg
Beta-Carotin: 0.01 mg
Vitamin B1 0.05 mg
Vitamin B2: 0.02 mg
Vitamin B6: 0.1 mg
Folsäure: 7 µg
Kalium: 290 mg
Calcium: 8 mg
Magnesium: 3 mg
Phosphor: 17 mg
Eisen: 0.5 mg
Zink: 0.3 mg
Schwefel: 15 mg

Ob Nervenzellen, Haut, Knochen oder Stoffwechsel – unser Organismus profitiert auf vielen Ebenen von den wertvollen Granatapfel-Inhaltsstoffen. Und auch wer mit Granatapfel abnehmen möchte, kann sich freuen: Die Nährstoff-Bilanz ist sehr gut, denn bei gerade einmal 80 Kilokalorien und einem Gramm Fett auf 100 Gramm kannst du die süß-säuerlichen Granatapfelkerne praktisch ohne schlechtes Gewissen vernaschen – ideal, wenn dich zwischendurch der Heißhunger packt.

Kalium, Calcium, Vitamin E und Beta-Carotin sind längst nicht alles, was in der Powerfrucht steckt: Denn Granatapfel, Granatapfelsaft und Granatapfelkerne enthalten zudem jede Menge sogenannter sekundärer Pflanzenstoffe. Diese sind auch als bioaktive Substanzen oder Phytochemikalien bekannt und gewinnen in der medizinischen Forschung seit einigen Jahren zunehmend an Bedeutung. Denn offenbar wirken sich über die Nahrung aufgenommene sekundäre Pflanzenstoffe positiv auf unsere Gesundheit aus. Im Granatapfel sind das vor allem:

Sekundäre Pflanzenstoffe im Granatapfel
Punicalagin A und B, Pedunculagin, Ellagsäure, Anthocyanine

Welche Wirkungen diese Phytochemikalien ganz genau auf unsere Gesundheit haben, ist aktuell noch heiß diskutierter Gegenstand der Forschung. Fakt ist jedoch, dass der Granatapfel bzw. Granatapfelkerne und Granatapfelsaft bereits vor mehreren tausend Jahren von Heilern verwendet wurde: So sollte der Granatapfel die Potenz steigern, als Aphrodisiakum wirken und gegen Bandwürmer, Durchfall und Geschwüre helfen.

Warum ist der Granatapfel so gesund?

Seit einigen Jahren werden immer mehr wissenschaftliche Untersuchungen angeregt, welche die Wirkung im Darm oder auf die Haut, näher erforschen. Als erwiesen gilt mittlerweile, dass Granatapfel bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen helfen kann, indem er unter anderem den Blutdruck senkt. Auch für Menschen mit einer Fettleber kann es förderlich sein, regelmäßig Granatapfel-Direktsaft zu trinken. Dasselbe gilt für Patienten, die an Prostatakrebs leiden. Hier gehört der regelmäßige Verzehr von Granatapfel-Muttersaft mittlerweile (fast) schon zum therapeutischen Standard.

Du möchtest dich noch mehr weiter über die aktuelle Studienlage zur Wirkung von Granatäpfeln informieren? Dann empfehlen wir dir die folgenden Links:

Wichtig
Granatapfel-Kur immer mit dem Arzt absprechen. Gerade weil die Wirkung von Granatapfel und Granatapfelsaft noch lange nicht eindeutig geklärt ist und die Studienlage sich als schwierig erweist, solltest du die Einnahme von Granatapfelsaft im Zusammenhang mit deiner Gesundheit immer mit dem behandelnden Arzt absprechen. Das gilt umso mehr, wenn du regelmäßig Medikamente einnimmst. Beim Verzehr von Granatapfel kann es nämlich ähnlich wie bei Grapefruit zu Wechselwirkungen kommen.

Wie kann man Granatapfel zubereiten?

Beim Öffnen eines Granatapfels solltest du stets behutsam vorgehen, denn die Kerne bzw. die roten Samenmäntel sind ein Flecken-Garant. Und Granatapfelflecken zu entfernen ist nicht nur lästig, sondern auch extrem schwierig. Öffne den Granatapfel deshalb am besten in einer Schale mit Wasser. So verhinderst du ungewollte Spritzer. Außerdem schwimmt das weiße Fruchtfleisch an der Wasseroberfläche, während sich die köstlichen Kerne am Boden sammeln.

Danach hast du die sprichwörtliche Qual der Wahl: Es gibt unzählig viele Rezepte und Ideen für die Zubereitung. Besonders gern werden Granatapfelkerne für Nachspeisen verwendet oder als Topping auf Salat oder Frühstücksbowls gestreut. Ebenfalls beliebt ist frisch gepresster Granatapfelsaft in Smoothies und Cocktails. Du magst es lieber herzhaft? Kein Problem: Sowohl in der traditionellen persischen Küche als auch bei immer mehr modernen Rezepten ist Granatapfel eine wichtige Zutat.