Knoblauch: Ein Muss für alle, die es würzig mögen

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knoblauch allium sativum
Knoblauch (Allium sativum) wird mittlerweile auf der ganzen Welt verwendet. Foto: Carsten Vollenbroich

Tsatsiki, Pasta mit frischem Pesto oder ein knuspriges Kräuterbaguette fürs Grillfest – all das wäre ohne den würzigen Geschmack von Knoblauch nur halb so lecker. Und dennoch wird das Potenzial der Gewürzpflanze in der hiesigen Küche unserer Meinung nach bislang noch nicht genügend ausgeschöpft. Da sind asiatische oder mediterrane Kochtraditionen deutlich besser aufgestellt – hier landet in fast jedem Gericht eine ordentliche Portion Knoblauch. Und das ist auch gut so, denn die kleinen Knollen sorgen für mehr Raffinesse und sollen dazu noch für unsere Gesundheit richtig gut sein. Insbesondere diejenigen, die unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, können angeblich vom regelmäßigen Verzehr profitieren. Doch was ist dran an der Geschichte rund um den gesunden Knoblauch? Kann er die Herz-Kreislauf-Gesundheit verbessern, ist er zum Abnehmen geeignet und woher kommt eigentlich der fiese Geruch, wenn man Knoblauch gegessen hat? Diese und viele weitere Fragen klären wir nachfolgend. Außerdem gibt’s jede Menge Tipps und Tricks rund um die Zubereitung bzw. Verwendung von Knoblauch.

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsstoffe: Warum ist Knoblauch gesund?
Gesundheit: Welche Wirkung hat Knoblauch?
Nebenwirkungen: Wer sollte lieber keinen Knoblauch essen?
Zubereitung: Die wichtigsten Tipps und Tricks rund um Knoblauch
Rezepte: Was sind leckere Gerichte mit Knoblauch?

Was ist Knoblauch?

Aus botanischer Sicht handelt es sich bei Knoblauch um eine krautige Pflanze, die bis zu 90 Zentimeter groß werden kann. Sie gehört zur Familie der Amaryllisgewächse und ist der Gattung Lauch zugeordnet. Damit ist der Knoblauch ein naher Verwandter von Porree, Frühlingszwiebeln und den ebenfalls sehr würzigen Küchenzwiebeln. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von Knoblauch ist sehr groß und reicht von Asien bis nach Iran. Heute findet man Knoblauch aber auch in Deutschland und anderen europäischen Regionen. Tatsächlich kannst du das Lauchgewächs sogar bei dir zuhause anpflanzen.

Tipp für Selbstversorger: Knoblauch pflanzen
Knoblauch zu pflanzen könnte einfacher nicht sein: Stecke eine Zehe in die Erde und schon wächst daraus binnen kürzester Zeit eine Knoblauchpflanze. Das Einpflanzen funktioniert am besten im Herbst oder im Frühjahr, idealerweise solltest du eine Sorte aus hiesigen Anbaugebieten verwenden, damit die Pflanze gut mit unseren Temperaturen klarkommt. Ernten kannst du übrigens nicht nur die Knollen bzw. Zehen der Pflanze, sondern auch die Blätter. Diese haben einen etwas milderen Geschmack und passen – ähnlich wie Bärlauch – perfekt in Salate oder auf ein würziges Sandwich.

Die Würzpower von Knoblauch wusste man bereits vor mehreren tausend Jahren zu schätzen: Schließlich haben schon die Ägypter, Griechen und Römer die weißen Zehen in rauen Mengen verputzt. Heute wird der überwiegende Teil der Erntemengen in Asien produziert. Spitzenreiter ist hier Asien mit gut 22 Millionen Tonnen pro Jahr. Erst mit großem Abstand folgen Indien, Bangladesch, Südkorea und andere asiatische Länder. Ebenfalls unter den Top 10, aber mit unter 250.000 Tonnen jährlich weit abgeschlagen, landet Spanien. Wer beim Einkaufen auf regionale Produkte achten möchte, hat es dementsprechend schwer. Unser Tipp: Einfach mal auf dem Wochenmarkt oder im BIO-Laden deiner Region schauen – dort findest du häufiger Knoblauch aus europäischen Anbaugebieten. Dieser hat eine deutlich kürzere Anreise hinter sich und ist in vielen Fällen auch unbedenklicher für den Verzehr geeignet. Denn: Immer wieder macht mit Chemikalien behandelter Knoblauch aus China Schlagzeilen. Dieses Risiko ist bei regionalen BIO-Produkten deutlich kleiner.

Sorten-Check: Welcher Knoblauch ist der stärkste?
Manche mögen eher milde Knoblauchsorten, andere wollen die volle Dröhnung – gut, dass es verschieden Knoblauchsorten gibt. Als besonders milde Sorten gelten „Edenrose“ und „Chesnok wight“. Deutlich kräftiger wird es dagegen mit dem spanischen „Ajo Morado“, „Koreanischer Bauer“ aus Asien oder „Silverskin“. Im Handel kannst du zwischen diesen Sorten normalerweise nicht wählen, denn die meisten Händler haben nur eine Knoblauchsorte im Repertoire. Wenn du jedoch selbst Knoblauch ernten möchtest, kannst du bei der Auswahl der passenden Pflanzen genauer hinsehen.

Inhaltsstoffe: Warum ist Knoblauch gesund?

Ob selbstgemachte Knoblauchpaste, ein knuspriges Knoblauchbaguette oder aromatische Knoblauch-Spaghetti „aglio e olio“ – all das schmeckt nicht nur köstlich, sondern tut uns außerdem noch gut. Denn während die in Zehen aufgespaltenen Knollen für Vampire brandgefährlich sind, profitiert der menschliche Körper enorm von den Inhaltsstoffen. Doch was genau steckt eigentlich in den Knoblauchzehen? 100 Gramm Knoblauch enthalten durchschnittlich 143 Kalorien und praktisch kein Fett. Weitere Inhaltsstoffe sind:

Vitamine im Knoblauch

  • Vitamin B1: 0.20 mg
  • Vitamin B2: 0.08 mg
  • Vitamin B6: 0.38 mg
  • Beta-Carotin: 0.001mg
  • Vitamin C: 15 mg
  • Folsäure: 0.02 mg

Mineralstoffe und Spurenelemente im Knoblauch

  • Calcium: 40 mg
  • Eisen: 1.4 mg
  • Kalium: 530 mg
  • Magnesium: 35 mg
  • Natrium: 20 mg
  • Phosphat: 135 mg
  • Zink: 0.6 mg

Neben den klassischen Inhaltsstoffen steckt im Knobi noch etwas Besonderes: schwefelhaltige Verbindungen wie zum Beispiel Alliin, Gammaglutamylalkylcysteine und Adenosin. Wenn diese miteinander in Verbindung kommen (passiert beim Quetschen, Pressen oder Schneiden der Knoblauchzehen), entsteht Allicin. Dieses ist wiederum selbst Ausgangsstoff für weitere schwefelhaltige Verbindungen, die sich etwa bilden, wenn Knoblauch erhitzt wird.

Quelle Nährstofftabelle: https://www.apotheken-umschau.de/Knoblauch

Warum bekommt man von Knoblauch Mundgeruch?
Die schwefelhaltigen Verbindungen sind schuld: Die sind nämlich alles andere als geruchsneutral und werden über die Lungenbläschen an die Atemluft abgeben. Weil die Ausdünstung aber auch über die Haut geschieht, sind die häufig zitierten Hausmittel gegen eine Knoblauchfahne nur bedingt wirksam. Wer sich dran stört, probiert Kaffeebohnen oder Petersilienblätter zu kauen, um gegen den Mundgeruch anzugehen. Auch Kaugummis mit Minze oder Kardamom sollen helfen.

Gesundheit: Welche Wirkung hat Knoblauch?

Beim Thema Gesundheit steht Knoblauch ganz weit oben auf der Liste der empfehlenswerten Lebensmittel. Insbesondere aufgrund des enthaltenen Alliins sowie den damit verbundenen Inhaltsstoffen wird der Pflanze ein positiver Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System nachgesagt. Es existieren Studien, die besagen, dass der Verzehr von Knoblauch bei der Senkung der Blutfettwerte sowie des Blutdrucks helfen kann. Auch die Cholesterinwerte können durch den regelmäßigen Genuss von Knoblauch signifikant nach unten rutschen. Eine weitere Erkenntnis besagt, dass Knoblauch gegen Infektionen schützen kann. Das lässt sich auf die antimikrobiellen Eigenschaften der Pflanze zurückführen. Allerdings gilt wie so oft: Knoblauch ist kein Allheilmittel und wer unter Krankheiten oder gesundheitlichen Beschwerden leidet, sollte seine Symptome immer mit einem Arzt abklären. Insbesondere Knoblauch in Kapselform ist als Nahrungsergänzungsmittel nicht unstrittig.

Wer zu diesem Thema weitere Informationen sucht, kann unsere Lesetipps unter die Lupe nehmen:

https://www.aerzteblatt.de/blog/43556/Knoblauch-Dufte-fuer-den-Blutdruck
https://www.spektrum.de/news/gute-nachrichten-fuer-knoblauch-fans/340008
https://www.medical-tribune.de/medizin-und-forschung/artikel/mit-einer-knoblauchzehe-pro-tag-fuer-die-gesundheit/

Nebenwirkungen: Wer sollte lieber keinen Knoblauch essen?

Eine frisch zubereitete Knoblauchbutter aufs Brot oder ein leckerer Knoblauchdip fürs Buffet – einige von uns sollten hier lieber nicht zugreifen. Manch einer bekommt von der würzigen Knolle nämlich Sodbrennen, Blähungen oder sogar Übelkeit. Auch all diejenigen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen müssen, sollten auf Knoblauchöl, Knoblauchsuppe und Co. besser verzichten. Denn die Würzpflanze hat blutverdünnende Eigenschaften und das kann in Kombination mit den Arzneimitteln zu Komplikationen bzw. Wechselwirkungen führen.

Übrigens: Von Knoblauch in der Schwangerschaft wird häufig abgeraten, allerdings ist die Würzpflanze für werdende Mütter oder gar deren Babys nicht per se gefährlich. Allerdings kommt es hin und wieder vor, dass Frauen Knoblauch in der Schwangerschaft weniger gut vertragen. Und auch aufgrund der blutverdünnenden Wirkung kann es gegebenenfalls ratsam sein, die Verzehrmenge im Blick zu behalten. Allerdings müsste ein gesunder Mensch schon sehr viele Knoblauchzehen essen, damit es zu Komplikationen kommt. Wer unsicher ist, spricht das Thema einfach direkt beim nächsten Arztbesuch an.

Getrocknet oder frisch – welcher Knoblauch ist besser?
Heutzutage gibt es Knoblauch in vielen verschiedenen Variationen zu kaufen – von eingelegtem Knoblauch über getrocknete Knollen bis hin zu Soloknoblauch und frischen Knoblauchzehen gibt das Sortiment einiges her. Doch welche Variante ist die beste? Unsere Antwort: Das entscheidet jeder nach eigenem Gusto! Frischer oder junger Knoblauch ist an seiner noch feuchten Haut und dem grünen Stängel zu erkennen. Er schmeckt deutlich milder als die Variante mit der getrockneten Haut, ist dafür aber meist auch nur wenige Tage haltbar. Soloknoblauch wiederum besteht aus einer einzigen Knolle bzw. Zehe. Da spart man sich die Arbeit beim Schälen und viele empfinden den Geschmack als milder. Knoblauchpulver oder granulierter Knoblauch wiederum haben mit dem frischen Gemüse geschmacklich und aromatisch nicht mehr viel zu tun. Wenn ein Rezept nicht unbedingt nach Pulver oder Granulat verlangt, würden wir deshalb immer zu den ganzen Knoblauchzehen tendieren.

Zubereitung: Die wichtigsten Tipps und Tricks rund um Knoblauch

Beim Thema Zubereitung ist beim Knoblauch vor allem das WIE entscheidend: Hacken, schneiden, pressen oder reiben? Wir finden: Das kommt ganz auf das Gericht an. Grundsätzlich gilt, dass die schwefelhaltigen Verbindungen vor allem beim Pressen ganz schön aktiv werden. Das gepresste Mus ist dadurch deutlich schärfer, aber auch aromatischer. Außerdem gelingt das Knoblauchpressen mit dem richtigen Werkzeug blitzschnell, das Ergebnis wird gleichmäßig und die Finger bleiben schön sauber und riechen nicht. Wer Inspirationen sucht, schaut sich mal die WMF Profi Plus Knoblauchpresse oder die Moboo Knoblauchpresse an – die handlichen Tools sind als Küchenhelfer überaus praktisch.

Gehackter Knoblauch oder geschnittener Knoblauch ist sehr aromatisch und vielseitig nutzbar – roh, mitgebraten oder mitgekocht, verleiht er allen Speisen ein köstliches Aroma. Beim Hacken oder Schneiden solltest du allerdings darauf achten, dass die Knoblauchwürfel gleichmäßig groß werden. Anderenfalls können kleinere Stückchen verbrennen – und das macht den Knoblauch leider bitter. Daher gilt: Frisch sollten die Zehen als Zutat lieber nicht zu lange mitkochen, besser kurz vor Schluss oder zumindest zur Hälfte der Garzeit zugeben. Ein toller Trick für Knoblauchzehen, bei denen sich die Haut nicht ablösen will: Einfach mit der flachen Seite eines Messers auf die Zehe drücken, bis ein leichtes Knacken zu hören ist. Dann lässt sich das Würzgemüse viel leichter schälen.

Wie sollte man Knoblauch lagern?
Knoblauch mag es trocken, dunkel und kühl. Deshalb solltest du Knollen und Zehen niemals im Kühlschrank aufbewahren, weil sie dort schnell zu schimmeln anfangen können. Am wohlsten fühlt sich der Angstgegner von Dracula genau dort, wo es auch deinen Zwiebeln gutgeht. Alternativ kannst du deinen Knoblauch in Öl einlegen – das ist aber nicht jedermanns Sache.

Rezepte: Was sind leckere Gerichte mit Knoblauch?

Wer auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit vielen Aromen und Geschmacksnuancen achtet, hat Knobi meist ganz oben auf seiner Favoritenliste. Eine würzige Knoblauchsoße für Gegrilltes, frisch aufgeschlagene Ajoli zu Tapas oder fruchtige Bruschetta – wir geraten sofort ins Schwärmen, denn Rezepte mit Knoblauch gibt es wirklich en masse. Ob chinesisch, japanisch, indisch, italienisch, französisch oder griechisch – die großen Küchentraditionen dieser Welt wissen, wie man die tolle Knolle optimal zubereitet. Und auch typisch deutsche Gerichte erhalten durch ein paar frisch gehackte Knoblauchzehen noch mehr Pep – probier’s doch einfach mal aus.